Die häufigsten Allergien beim Hund
Diese drei Allergien sind die am häufigsten auftretenden:
- Futtermittelallergie
- Umweltallergie (Atopie)
- Flohallergie
All drei Allergieformen treten in der Regel mit denselben Symptomen auf – fast immer mit ausgeprägtem Juckreiz und intensivem Kratzen. Da der Hund nicht sprechen kann, ist eine Diagnose ausgesprochen schwer. Mit Elly sind wir inzwischen bei drei Tierärzten und einer Tierklinik gewesen. Ich bin mir sicher, dass jeder sein Bestes gegeben hat – aber am Ende ist es ein etwas besseres Ratespiel. Dennoch kann man durch gute Beobachtung zu einer treffenden Diagnose beitragen.
Ellys Geschichte
Elly hat offiziell 9 Allergien – das haben wir nach einer langen Odyssee durch Tierarztpraxen und einer Tierklinik herausgefunden. Juckreiz, aufgekratzte Stellen am Hals, gerötete Pfoten. Es war herzzerreißend zuzusehen.
Die Flohspeichelallergie
Die Flohallergie ist nicht rassenspezifisch und tritt in der Regel nicht vor dem 6. Lebensmonat auf. Ausgelöst wird sie durch Eiweißstoffe im Speichel des Flohs. Beim Biss gelangt Speichel in die Wunde und löst eine allergische Reaktion aus – entweder als Sofortreaktion (Typ I, innerhalb von 30 Minuten) oder als verzögerte Reaktion (Typ IV, nach Stunden bis 2 Tagen). Hunde mit häufigem Flohkontakt bilden oft eine Toleranz aus.
Die Atopie – und der Boxer ist rasseprädisponiert!
Die Umweltallergie, auch Atopie genannt, betrifft ca. 15 % aller Hunde. Wichtig zu wissen: Es gibt tatsächlich rassespezifische Ausprägungen – und der Boxer steht auf dieser Liste, gemeinsam mit Terriern, Englischen Bulldoggen, Golden Retrievern, Dalmatinern und anderen.
Die Atopie tritt meist zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr auf, fast nie vor dem 6. Lebensmonat. Hunde reagieren auf an sich harmlose Substanzen wie Gräser, Hausstaubmilben, Pollen oder Schimmelpilze. Ein „Vorteil": Die Atopie ist meistens saisonal – in den Wintermonaten klingt sie oft ab.
Achtung: Versicherungsklausel!
Achtet darauf, dass der Tierarzt nicht zu früh den Begriff „Allergie" in die Krankenakte schreibt. Unsere Versicherung hat Allergien inzwischen ausgeschlossen – obwohl die ursprüngliche Diagnose möglicherweise gar nicht stimmte. Eine zu früh und vermeintlich richtige Diagnose kann langfristig teuer werden.
Die Futtermittelallergie
Bei der Futtermittelallergie gibt es keine Geschlechts- oder Rasseprädisposition und keine Alterseingrenzung. Eine echte Futtermittelallergie setzt voraus, dass der Hund das betreffende Futter über einen längeren Zeitraum gefressen hat, bevor die Reaktion eintritt. Die häufigsten Auslöser sind Rind, Milch, Weizen, Huhn und Eier.
Ellys Eliminationsdiät
Ellys Diät bestand aus Pferdefleisch und Süßkartoffel – das war auch der Beginn unserer BARF-Erfahrung. Leckerlies zum Training durften ausschließlich aus diesen Zutaten bestehen. Ich habe mir einen Dörrautomaten gekauft und aus Pferdefleisch und Kartoffeln kleine Leckerlis getrocknet. Das war aufwendig – aber es hat funktioniert.
Symptome – woran erkennt man eine Allergie?
Diese Anzeichen deuten auf eine Allergie hin:
- Juckreiz: dauerhaftes Kratzen, oft bis zur Erschöpfung
- Magen-Darm: Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen
- Entzündungen: vor allem an Ohren und Pfoten
Bei der Flohallergie juckt vor allem die hintere Körperhälfte, der Rücken, Kruppe, Schwanzansatz, Hinterbeine und Bauch. Durch das ständige Kratzen können sich nässelnde Wunden (Hot Spots) entwickeln, auf denen sich schnell Bakterien und Hefepilze ansiedeln.
Bei Atopie und Futtermittelallergie sind Kopfbereich, Pfoten, Achseln, Bauch, Innenschenkel und Ohren am häufigsten betroffen. Bei Elly war insbesondere der Halsbereich (Kehlkopf bis zwischen die Vorderläufe) stark entzündet.
Ellys schlimmste Phase
Bei Elly hat sich zusätzlich eine Pyodermie (bakterielle Hautentzündung) entwickelt, die mit starken Antibiotika und Cortison behandelt werden musste. Das war eine harte Zeit – für sie und für uns.
Diagnose: Die richtige Vorgehensweise
Folgende Diagnosemethoden werden eingesetzt:
- Ausschlussdiagnostik
- Intrakutantest (Allergene werden in die Haut injiziert, Reaktion wird abgelesen)
- Bluttest (nicht sehr zuverlässig)
- Eliminationsdiät (mindestens 8 Wochen, nur eine Protein- und eine Kohlenhydratquelle)
Folgende Informationen sollte der Tierarzt bei der Anamnese erhalten: Geschlecht, Rasse, Alter, Alter zu Beginn der Symptome, wo der Juckreiz auftritt, ob ähnliche Symptome bei Eltern oder Geschwistern bekannt sind, und ob die Symptome saisonal auftreten.
Therapie von Allergien
Vermeidung des Allergens ist die einzige echte Therapieoption – im Alltag oft mehr als kompliziert.
- Flohallergie: Konsequente Flohbekämpfung mit Spot-On-Präparaten, Umgebungsbehandlung
- Futtermittelallergie: Identifikation und Elimination des auslösenden Allergens; hydrolisierte Diät als Alternative
- Atopie: Hyposensibilisierung (Immuntherapie), juckreizmindernde Medikamente (Kortison, Antihistaminika, Cyclosporin, Oclacitinib, monoklonale Antikörper)
Unser Tipp
Frühzeitig mit BARF beginnen und die Proteinquellen bewusst begrenzen – so habt ihr im Ernstfall noch eine "saubere" Eiweißquelle für die Eliminationsdiät. Das hat uns unsere Hundetrainerin schon in der Welpenschule empfohlen. Goldrichtig!
Gesundheitsakte, Symptome und Medikamente für Elly – alles in einer App
Mit PawCare kannst du Symptome dokumentieren, Fotos anhängen und Muster erkennen – genau das, was beim nächsten Tierarztbesuch den Unterschied macht.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Allergien beim Hund sind komplex – bitte sucht einen Tierarzt auf, der Erfahrung mit Dermatologie hat.