Welche Formen der Ohrinfektion gibt es?
Beim Hund unterscheidet man drei Formen der Otitis (Ohrentzündung):
- Otitis externa: Entzündung von Ohrmuschel und äußerem Gehörgang – die häufigste Form
- Otitis media: Entzündung des Mittelohrs – oft als Komplikation der externen Form
- Otitis interna: Entzündung des Innenohrs, betrifft Vestibularsystem und Cochlea
Mögliche Folgen einer unbehandelten Ohrinfektion
Taubheit, Gesichtslähmung, Augenkrankheiten, Gleichgewichtsverlust – eine Otitis interna kann lebensgefährlich für den Hund sein. Früh behandeln!
Ursachen – was steckt dahinter?
- Parasiten (Demodex, Sarcoptes, Otodectes – Ohrräude)
- Allergien (Futter, Atopie)
- Fremdkörper (Pflanzensamen, Grashalme)
- Zu häufiges oder falsches Ohrensäubern
- Kontaktreaktionen
- Hefepilze (Malassezia)
- Bakterien (als Sekundärinfektion)
Ellys Geschichte
Elly hatte eine Auseinandersetzung mit einem Dobermann – ein kleiner Biss an der Ohrmuschel. Blut, Reizung, Kratzen... und dann eine Infektion. Das zeigt: Selbst eine kleine Verletzung kann der Ausgangspunkt für ernsthafte Probleme sein. Wir haben früh reagiert und es blieb bei einer externen Otitis.
Symptome einer Ohrinfektion
- Kratzen am Ohr und Jammern
- Unangenehmer Geruch aus dem Ohr
- Schmerz beim Berühren des Ohrs (Hund zieht Kopf weg)
- Häufiges Gähnen oder Mundaufreißen
- Schwellung der Lymphknoten
- Bei schweren Fällen: Kopfschieflage, Kreisbewegungen
Diagnose und Behandlung
Der Tierarzt nimmt einen Ohrabstrich und untersucht ihn mikroskopisch. Bei Bedarf wird eine Bakterienkultur mit Antibiogramm erstellt. Die Behandlung umfasst:
- Reinigungslösung zur Säuberung des Ohrs
- Ohrencreme oder -salbe (antibiotisch, antifungal oder antiparasitär)
- Wattebälle zur schonenden täglichen Reinigung
Behandlungsdauer: 10 Tage bei leichter Infektion, bis zu 30 Tage oder mehr bei schweren oder chronischen Verläufen.
Vorbeugung – das ist entscheidend
Regelmäßige sanfte Ohrenreinigung – am besten schon vom Welpenalter an, damit der Hund es gewohnt ist. Nicht zu oft und nicht zu tief reinigen – das zerstört die natürliche Schutzflora. Zugrundeliegende Allergien konsequent behandeln, damit sich keine Sekundärinfektionen entwickeln.
Symptome im Blick behalten
Mit PawCare kannst du Ohrenprobleme mit Datum und Foto dokumentieren – und beim Tierarzt zeigen, wie sich das Symptom entwickelt hat.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Ohrentzündungen beim Hund müssen tierärztlich untersucht und behandelt werden.