Wie stecken sich Hunde mit Würmern an?
Wurminfektionen sind bei Hunden häufig – und die Übertragungswege vielfältiger als gedacht:
- Beschnuppern oder Fressen von infiziertem Hundekot
- Beutetiere (Fuchsbandwurm über Mäuse, Kaninchen)
- Von der Mutter (in utero oder über die Muttermilch)
- Anhaftung an der Felldecke
- Rohes Fleisch (BARF) – besonders Innereien und unzureichend erhitztes Fleisch
- Flöhe als Zwischenwirt (→ Gurkenkernbandwurm)
Die wichtigsten Wurmarten
Bandwürmer
Dazu gehören Gurkenkernwurm (über Flöhe), Fuchsbandwurm (über Beutetiere) und Madenwurm. Der Fuchsbandwurm ist besonders tückisch – er kann beim Menschen zu tödlichen Leberzysten führen.
Spulwürmer
Die häufigsten Würmer beim Hund, vor allem bei Welpen. Werden oft von der Mutter übertragen.
Hakenwürmer
Können durch die Haut eindringen – auch durch die Menschenhaut. Verursachen Blutarmut durch Blutsaugen im Darm.
Peitschenwürmer
Ihre Eier können jahrelang im Boden überleben. Besonders hartnäckig.
Lungenwürmer
Übertragung über Schnecken, Vögel oder Mäuse. Können zu ernsthaften Atemwegsproblemen führen.
Herzwürmer (Dirofilaria immitis)
Ursprünglich ein Mittelmeer-Problem – durch den Klimawandel und die Tigermücke verbreiten sie sich zunehmend auch in Deutschland. Herzwürmer befallen Herz und Lungen und können tödlich sein.
Wichtig: Würmer können auf Menschen übertragen werden!
Besonders der Fuchsbandwurm ist lebensgefährlich für Menschen – er kann Leberzysten bilden, die schwer zu behandeln sind. Hygiene nach dem Hundekontakt ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Vor allem Kinder sind gefährdet.
Symptome eines Wurmbefalls
- Durchfall (manchmal blutig)
- Erbrechen
- Verstopfung
- Appetitlosigkeit oder übermäßiger Hunger
- Gewichtsverlust
- Schieben des Hinterns über den Boden (Afterjucken)
- Aufgetriebener Bauch (vor allem bei Welpen)
- Blutarmut
- Kümmerwuchs bei Jungtieren
Diagnose und Behandlung
Der Tierarzt untersucht eine Kotprobe und erkennt so die Wurmarten. Bei akutem Befall wird ein gezieltes Wurmmittel (Anthelminthikum) eingesetzt. Die Würmer sterben innerhalb von 24 Stunden ab und werden mit dem Kot ausgeschieden.
Prophylaktische Entwurmung wird je nach Lebensumfeld alle 3–6 Monate empfohlen – die genaue Frequenz legt der Tierarzt fest.
Ellys Entwurmungsstrategie
Elly bekommt ihre prophylaktische Entwurmung eingewickelt in Leberwurst – und nimmt sie klaglos an. Da sie BARF frisst (auch Innereien), entwurmen wir regelmäßig. Lieber einmal zu oft als einmal zu wenig. Wir haben eine gute Versicherung – und trotzdem gilt: Vorbeugung ist billiger als Behandlung.
Hygiene-Tipps
- Hundekot sofort aufsammeln und entsorgen
- Hände waschen nach Hundekontakt
- Kinder von Sandkästen fernhalten, in denen Hunde Kot hinterlassen haben
- BARF-Fleisch bei -18°C mindestens 48 Stunden einfrieren (tötet viele Parasiten)
Entwurmungstermine nie vergessen
Mit PawCare trägst du Entwurmungstermine, verwendete Präparate und Kotproben-Ergebnisse ein – und bekommst Erinnerungen, wenn der nächste Termin ansteht.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Den Entwurmungsplan und die passenden Präparate für deinen Hund legt dein Tierarzt individuell fest.